Heute Morgen hat meine beste Freundin mir geschafft aber glücklich mitgeteilt, dass ihr kleiner Rouven gestern Abend zur Welt gekommen ist. Stolze 57cm ist er groß und sie hat es tatsächlich geschafft, ihn spontan und auf natürlichem Weg zu entbinden.
Ich freue mich unglaublich für sie.
Die HummelFreundin wurde schwanger als Fr. Hummel gerade gemerkt hat, dass bei ihr wohl irgendetwas nicht ganz in Ordnung ist und das Kinderkriegen wohl doch etwas anspruchsvoller wird. Das war im Mai.
Seitdem war es nicht immer leicht für Fr. Hummel. Jede Frau da draußen mit Kinderwunsch wird mir nachempfinden können: Man wünscht sich selbst nichts sehnlicher und es scheint ohnehin eh die ganze Welt schwanger, Männer eingeschlossen, und dann kommt die beste Freundin und schiebt ein Ultraschallbild über den Tisch. So sehr ich mich auch gefreut habe, es tat auch ein bisschen weh. Eine bunte Mischung aus Freude, Neid, Wohlwollen, Traurigkeit, Aufregung, Enttäuschung, Angst und schlechtem Gewissen, dass hier nicht nur die netten Sachen aufgeführt sind...
So ging es mir dann auch über die gesamte Schwangerschaft. Mal war ich fast schüchtern, was sonst so gar nicht HummelArt ist und sehr befangen was Ihren "Zustand" anging. Mal war es schwer, ihre Gegenwart überhaupt zu ertragen, was aber nur an dem deutlich spürbaren Luft-HCG lag. Und zum Schluss als der Kleine sich schon deutlich sichtbar (ja von außen sichtbar) in ihrem Kullerbauch bewegte, hätte ich am liebsten nur noch mit den Händen an ihrem Bauch geklebt und der Geburt beigewohnt.
Nun ist Rouven da.
Und wie fühlt sich Fr. Hummel?
Vordergründig freue ich mich natürlich wie irre und bin froh, dass sie alles heil überstanden hat. Ich kann es auch kaum erwarten, sie bald zu sehen und den Kleinen auf dem Arm halten zu dürfen. (Ich werde mich wohl sehr bemühen müssen, ihn ihr wieder zu geben...)
Aber irgendwo ganz tief und ganz leise in mir drin ist noch ein Gefühl.
In der letzten Zeit war mein eigener Kinderwunsch etwas still geworden.
Ich wollte zwar noch immer schwanger werden, aber irgendwie machte es mich nicht mehr totunglücklich noch nicht schwanger zu sein. Auch die Probleme und Arzttermine und die damit verbundene Warterei störten mich recht wenig. Ich hatte fast das Gefühl, mein Kinderwunsch ginge mir irgenwie ein bisschen verloren und fand das fast schon ein wenig bedenklich, seltsam aber allemal. Man könnte auch einfach sagen, dass ich entspannter war und mit Urvertrauen gelassen in die Kinderwunsch-Zukunft blickte, aber ich fühlte mich eher... ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll... leer?
Ja; leer.
Aber nicht auf die traurige Art sondern eher so wohl-leer.
Unbelastet.
Unbekümmert.
Befreit.
Und jetzt? Ganz leise und auch nur ein bisschen beginnt nun der Kinderwunsch wieder schmerzlich zu brennen und sich dieser "Ich will auch, verdammt!" Stich in mein HummelHerz zu bohren.
Ob ich mich darüber freue oder nicht, muss ich selbst noch erörtern.
Ich halte euch auf dem Laufenden...