(Nadine Gordimer, südafrikan. Schriftstellerin)

Intro

Warum es diesen Blog gibt: Der HummelMann und ich versuchen seit Anfang 2012 eine richtige Familie zu gründen. Die altmodische Variante mit Mutter, Vater und Kind. Gelungen ist es bisher leider nicht. Aber wir hatten trotzdem ein bisschen Glück. Sehr schnell wurde klar, dass wir ein wenig medizinische Hilfe brauchen würden. Aus dem Bisschen ist inzwischen ganz schön viel geworden, aber das lest ihr an anderer Stelle.

Hier möchte ich mich erst einmal mit einer anderen Frage beschäftigen: Wie geht man mit diesem Thema um? Unerfüllter Kinderwunsch...
Grundsätzlich und in allen Dingen des Lebens bin ich eine recht offene und lebensfrohe Person. So auch in diesem Punkt. Ich möchte einfach nicht damit hinterm Berg halten. Ich möchte mein Leben davon nicht zerfressen lassen. Ich möchte leben, die Probleme mit einer großen Portion Humor nehmen und so unbeschwert wie möglich die medizinische Hilfe annehmen. Natürlich renne ich deswegen nicht mit einem Schild um den Hals herum und erzähle jedem Fremden "übrigens, ich mache künstliche Befruchtung", aber ich wehre mich entschieden dagegen, alles mit mir alleine ausmachen zu müssen. Ich muss mich schließlich nicht verstecken! Und so wissen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis die meisten von unserer Situation und ich habe bislang mit dieser offenen Einstellung nur positive Erfahrungen gemacht.

Trotzdem, ohne Zweifel, ist es ein sensibles Thema, bei dem gut überlegt sein will, wen man einweiht. Im Grunde geht es dann immer um die Frage: Welche Nachteile können mir entstehen, wenn ich es nicht geheim halte? Wie reagiert mein Gegenüber? Haben Familie, Freunde, Bekannte oder gar das berufliche Umfeld Verständnis? Natürlich sitze auch ich genau zwischen diesen beiden Stühlen. Einerseits möchte ich darüber sprechen, andererseits muss ich auch aufpassen, mir nicht selbst damit zu schaden.

Seit ich selbst betroffen bin, begegne ich immer wieder Frauen, denen es ähnlich geht wie mir.
Die sich die gleichen Gedanken machen. Die die gleichen Sorgen belasten. Die die gleichen Gefühle haben. Irgendwo zwischen Hoffnung und Angst. Der unerfüllte Kinderwunsch scheint also ein Thema, über das man öffentlich längst nicht so sprechen kann, wie es aus meiner Sicht gut wäre und doch sehnen sich betroffene Frauen unglaublich stark nach Austausch.
Was also tun? Jede muss für sich ihren eigenen Weg finden. Ich schreibe. Und zwar online. Und so kommt es zu diesem kleinen Blog, mit dem ich meine Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken, Sorgen und hoffentlich am Ende das größte Glück auf Erden mit denen teilen möchte, die es interessiert. Ganz öffentlich und ausreichend anonym.