(Nadine Gordimer, südafrikan. Schriftstellerin)

Mittwoch, 10. April 2013

Film Tipp

Ich war gestern im Kino und wollte mal berichten. Denn nicht ungestraft lässt mich ein Film Rotz und Wasser heulen. (Zum Glück saß ich ganz alleine im Mini-Kino-Saal unseres Kulturkinos um die Ecke...)

Ich habe mir den Film "Ein freudiges Ereignis" angesehen.
Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um ein Baby.
Genauer um ein junges Paar, das recht spontan aus einer Laune heraus beschließt "Ich will ein Kind mit dir." "Mach mir eins!" Und schwupp: Der Clear Blue wird fett potitiv.

Nun erwarten die beiden Glücklichen das Eintreten sämtlicher wunderbarer Schwangerschafts-Klischees. Stattdessen Morgenübelkeit, Hormonchaos, Stimmungsschwankungen und die Last des größer werdenden Bauches inklusive Angst vor der Geburt. Als diese dann in vollem Gange ist, fragt die werdende Mutter, warum sie keiner gewarnt habe.

Mit diesem freudigen Ereignis nimmt der Film eine für das Paar dramatische Wendung: Sie überfordert mit Haushalt und Kind. Körperlich am Ende der Kräfte durch Wochenbett und Schlafmangel. Die Alltagsgestaltung wird bestimmt von einem Mix aus dem Wunsch der jungen Mutter, jedem Klischee und jedem Gesellschaftlichen Zwang gerecht zu werden und eigenen Erfahrungen, die dem zu häufig entgegen stehen. Das Paar entfernt sich zusehends voneinander, kann aber trotz einiger Versuche sehenden Auges die drohende Trennung nicht verhindern.

Über allem steht aber immer die uneingeschränkte Liebe zu Tochter Lea. Happy End inklusive...

Trotz oder gerade durch meinen Kinderwunsch und die Situation nicht einfach so spontan schwanger zu werden, hat mich dieser Film tief bewegt. Ich schwankte zwischen 'Einfach so schwanger? Unfair! Unrealistisch!' und 'Wird es wirklich so schrecklich, so schwierig, so grenzenlos überfordernd sein mit Kind den eigenen Weg zu finden?'

Am Ende zeigt der Film wohl ein klein wenig mehr das wahre Leben mit Kind, als, wie so viele andere, eine heile, wunderschöne Welt der Schwangeren und jungen Mütter zu malen. Für mich steht trotzdem fest: Ich will!

Fazit: Je nach emotionaler Situation und Belastbarkeit sehr zu empfehlen.